Analyse: Der beste Zeitpunkt für Facebook-Beiträge

Jeder Facebook-Nutzer kennt es: Der sorgfältig vorbereitete, eigentlich unterhaltsame Beitrag findet kaum Beachtung während ein achtloser Kommentar unerwartetes Engagement auslöst. Woran liegt das? Betreiber sozialer Medien bevorzugen bei der Sortierung Inhalte, mit denen häufig interagiert wurde. Die zeitliche Abfolge spielt dabei nur noch eine untergeordnete Rolle. Um möglichst gut sichtbar zu sein, benötigt ein Beitrag also ein wenig Starthilfe - zum Beispiel durch den optimalen Zeitpunkt der Veröffentlichung.

Die Infografik "6 Myths of Social Sharing" ("6 Mythen des Teilens in sozialen Medien") gibt dabei Hilfestellung und räumt mit alten Regeln auf1. Galt es in den letzten Jahren noch, möglichst klassische Freitzeit-Blöcke wie die ersten Stunden nach "Feierabend" oder das vermeintliche Sonntags-"Vakuum" zwischen Abendessen und "Tagesschau" zu nutzen, wird hier deutlich, wie sehr soziale Medien seitdem Einzug im gesamten Tagesablauf gehalten haben:

  • Im Vergleich zum Wochenende wird montags bis freitags fast 50% häufiger mit geteilten Inhalten interagiert
  • Die Halbwertszeit von Beiträgen steigt, je später sie in diesem Zeitraum geteilt werden. Spitzenwerte werden häufig donnerstags erreicht.
  • Aus anderen Studien wissen wir zudem, dass die beliebtesten sozialen Medien am häufigsten zwischen 9 und 15 Uhr frequentiert werden.

Ob berufliche Verwendung oder doch nur Ablenkung - soziale Medien sind inzwischen nicht mehr nur eine reine Freizeit-Aktivität, sondern fester Bestandteil des gesamten Tagesablaufs. Das bedeutet auch, dass die aktive Verwendung in Erholungs- und Freizeit-Phasen sinkt. Trotzdem wäre es nach wie vor fahrlässig, das Online-Marketing zu stark auf soziale Medien zu verlagern:

  • 72% des Teilens erfolgt per Kopieren & Einfügen in E-Mails und Kurz-Nachrichten (SMS, Whatsapp, Threema etc.).

Die Infografik geht außerdem auf verkürzte Web-Adressen ein. Um den Zugriff auf geteilte Links besser auswerten zu können, verwende ich seit einigen Wochen selbst Kurz-Links mit der Domain "mpnet.re". Ein Beispiel:

Original-Link: http://mundpropaganda.net/2014/05/13/wie-funktioniert-viralitaet.html
Kurz-Link: http://mpnet.re/8yrcp

Die Klick-Rate steigt bei Verwendung so einer verkürzten Web-Adresse um 25% - ein sehr angenehmer Nebeneffekt. In einem der nächsten Artikel gehe ich genauer auf diese Technik ein.

Der Artikel aus dem obigen Beispiel-Link befasst sich übrigens mit der Motivation, die Nutzer von sozialen Medien dazu bewegt, Beiträge zu "liken" und zu teilen - und mit weiteren in diesem Zusammenhang interessanten Ergebnissen.

  1. Den Zahlen liegen tatsächlichen Zugriffe über die Social Sharing-Plattform PO.ST von RadiumOne zugrunde

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